Roger Stein im weißen Hemd mit Schal singt am Flügel vor einer beleuchteten Backsteinwand

„Humor hat bei ihm eine bittere Note“ – Udo Güldner über „Lieder ohne mich“ in Forchheim

„Humor hat bei ihm eine bittere Note“: So überschrieb Udo Güldner im November 2013 seine Kritik zu meinem Abend mit „Lieder ohne mich“ im Jungen Theater Forchheim. Einen Abend lang, schrieb er, habe ich als Chansonnier am Klavier mit „unseriösen Songs“ bezaubert, als Erster in diesem Jahr ein Weihnachtslied gesungen und keine Stilrichtung unangetastet gelassen.

„Hohn und Spott im Schüttelreim“

Udo Güldner, 1. November 2013

Tonfall, Wortwahl und Wiener Schmäh erinnerten ihn an Georg Kreisler, sobald ich zu meinen satirischen „Steinschlägen“ aushole. Er hörte, wie sehr mich die Jahre in Wien geprägt haben: bösartige Pointen im „Sorglospaket des Wiener Walzers“, Menschen als „Mängelexemplar“, ein Humor, der nie bitter, sondern leicht fatalistisch und dann wieder optimistisch klinge. Für hinterfotzigen Charme, meinte er, hätte ich mit Liedern über Kant und den freien Willen, die Amöbe Ferdinand oder pensionierte Punks in Kreuzberg die Auszeichnung längst bekommen.

Aber er fand auch die leisen Töne: nachdenkliche und philosophische Lieder über das Anderssein und den Individualismus, ironische Balladen über den Herbst und einen Blick zurück in die 80er Jahre kurz vor meinem 40. Geburtstag. Weil das Publikum mich nach zwei Zugaben nicht gehen lassen wollte, gab es zum Schluss noch einen weihnachtlichen Schüttelreim.

Die Kritik von Udo Güldner vom 1. November 2013 als PDF:

Foto oben: Simone Hofmann

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